Pokémon-Karten sind nicht teuer. Auch wenn die bekanntesten und populärsten Sammelstücke wie beispielsweise ein «Base Set Charizard» zu fünfstelligen Beträgen gehandelt werden: Für einen Investor gibt’s unter den Pokémon-Karten zu jeder Preisklasse etwas, womit sich ein Portfolio auf- und ausbauen lässt.

Nimmt man nämlich einmal den Fokus etwas weg von den Base Set Shadowless-Karten und den PSA 10 Gem Mint–Klassifizierungen, öffnen sich ganz neue Wege, sich eine vielversprechende Sammlung zusammenzulegen.

Zu Beginn: Konservativ investieren

Besonders als Anfänger in diesem Feld wird man darauf bedacht sein, seine Investitionen eher konservativ anzulegen. Soll heissen: Man wird sich wohl eher für Pokémon-Produkte entscheiden, die über die Jahre ihren Wert erhalten werden. Vielleicht werden sie steigen, vielleicht nicht. Wichtig wird aber sein, dass die 500.- Franken oder Euro nicht plötzlich nur noch 50.- wert sind.

Meine (unverbindliche) Empfehlung ist es deshalb:

A: Sich für ein älteres Produkt (10+ Jahre) zu entscheiden
B: Die Preisentwicklung dieses Produkts über die letzten Jahre genau zu studieren
C: Beim Grading gewisse Kompromisse einzugehen

A: Warum auf ältere Karten setzen?

Ganz einfach: Der Markt hatte hier bereits die Möglichkeit zu spielen. Eine Pokémon-Karte aus einem frühen Set wird meistens nicht mehr gedruckt, deshalb ist der Nachschub beschränkt. Das macht sie zu einem raren Gut, von dem es künftig eher weniger als mehr geben wird. Ein Faktor für eine künftige Preisentwicklung nach oben.

Poke-Invest Blog Post 2 Pic 1 Base Set 500 Euro Franken Portfolio

Ein «Erstes Set» einer Karten-Serie wie Pokémon wird immer ein spezielles Set bleiben und wird nur schon wegen der verbundenen Nostalgie hoch gehandelt.

Zusätzlich wird eine Alte Karte nicht mehr in regulären Pokémon TCG-Turnieren gespielt. Als wir 2017 eine «Rainbow Rare Tapu Lele GX» aus einem Booster zogen, wurde sie für rund 90.- US-Dollar gehandelt. Ihr Wert stieg über die folgenden Wochen auf 120.- Dollar an, weil sie auch im TCG von grossem Nutzen war und deshalb auch von Spielern gesucht wurde. Seit die Karte aber aus dem Turnier-Zyklus gefallen ist, ist auch ihr Preis auf einen Bruchteil gefallen. Solche grossen Schwankungen möchtest du vermutlich verhindern, wenn du mit einem übersichtlichen Budget ein Portfolio zusammenstellen möchtest.

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen: Wir erinnern uns, dass die japanischen Karten der «Edvard Munch»-Spezialedition in den ersten Wochen nach Release in Hobby-Stores in Tokio für rund 5.- USD / CHF angeboten wurden. Mit dem Wissen, dass dies eine zeitlich wie auch mengenmässig limitierte Serie mit äusserst beliebten Pokémon war (u.a. Evoli, Pikachu), hätten wir jedem und jeder geraten, zu diesem Preis zuzuschlagen.

B: Preisentwicklung studieren

Hier muss keine Doktorarbeit in Marktforschung betrieben werden: Wichtig ist nur das Verständnis, welche Karten Potenzial haben oder dieses sogar schon teilweise verwirklicht haben. Nachvollziehbar dürfte sein, dass eine Base Set Unlimited-Karte eines der populären Pokémon Glurak, Turtok oder Bisaflor aufgrund seiner Originalität und der beschränkten Verfügbarkeit (wird schon lange nicht mehr gedruckt) wohl eher noch weiter im Wert zunehmen wird. Währenddessen wird eine «Trainer»-Karte aus dem selben Set wohl nie den gleichen Wert erzielen oder Wertzuwachs erfahren, obwohl beide Karten vom Alter und der Auflage her sehr ähnlich sind.

C: Kompromisse beim Grading eingehen

Klar, eine PSA Gem Mint 10 mag noch immer der Goldstandard für viele Sammler darstellen. Doch besonders bei limitierten Pokémon-Karten (solche, die nicht mehr gedruckt werden) kann es sich lohnen, auch mal die Grading-Leiter etwas hinabzusteigen.
Vergleichst du die Preise einer PSA 10 mit einer 9, 8 oder 7, wirst du feststellen, dass der Preis für die gleiche Karte bei abnehmender Bewertung oft massiv sinkt. Und weswegen? Weil vielleicht auf der Rückseite an den Kanten etwas mehr Weiss zu sehen ist. Stört dich das als Sammler und Liebhaber der Kunst? Optisch wohl kaum.
Was du dafür gewinnst, ist die Möglichkeit, dir deine liebste Karte jetzt zu einem reduzierten Preis zu sichern.

Du magst dich nun fragen: «Wer wird denn in Zukunft bereit sein, mir meine «Nicht-10»-Karte abzukaufen, wenn sie heute doch preislich nur in der B-Liga spielt?»

Dann greift vielleicht der Vergleich mit einem viel älteren Markt: Dem der Sport-Sammelkarten.
Die einzige «Wayne Gretzky 1979 Rookie»-Karte mit der PSA-Wertung von 10 wird kaum je wieder verkauft werden, weil der aktuelle Besitzer sie auch für eine halbe Million US-Dollar nicht mehr hergibt. Als Folge davon ist die PSA 9 praktisch unerschwinglich geworden und so ist die PSA 8 in deren Schatten aufgestiegen und wird mittlerweile (Stand 2019) bereits für rund 8’000 US$ gehandelt – nachdem sie im Sommer 2018 noch um die 5’000 $ wert war.

Poke-Invest Blog Post 2 Pic 2 500 Euro Franken Portfolio

Die 1979 Wayne Gretzky Rookie-Card gibt’s weltweit nur einmal als PSA10. Dadurch wurde sie für Sammler unerschwinglich, die stattdessen mit PSA 9 oder PSA 8-Varianten handeln.

Wir sehen: Auch eine nicht-perfekte Karte mag einmal ihren grossen Auftritt haben – wenn man ihr (und dem Markt) genügend Zeit zur Entwicklung lässt. Voraussetzung bei Einbussen im Faktor «Zustand» ist natürlich immer: Die anderen beiden Faktoren, «Alter» und «Verfügbarkeit» müssen auch mitmachen.

Welche Pokémon-Karten muss ich jetzt für 500.- kaufen?

Ein konkretes Set an Karten, die du dir jetzt für 500.- Franken / Euro zusammenstellen solltest, können wir dir an dieser Stelle nicht geben. Wie oben erwähnt fallen hier viele Faktoren – und auch persönliche Vorlieben – zusammen. Browse am besten mal durch die älteren US- und Japan-Sets und suche dir Karten heraus, die dir optisch gefallen. Halt dabei auch besonders Ausschau nach limitierten Editionen und Special-Editions. Dann, vergleiche ihre Preise auf den einschlägigen Portalen und berücksichtige dabei wie immer die drei wichtigen Faktoren: Alter, Verfügbarkeit und Zustand.

Ein Beispiel-Portfolio als Starter-Kit für 500.- könnte folgendermassen aussehen:

200.- (40%) in PSA-Gegradete Karten des «Pokémon Base Set»
150.- (30%) in jüngere Karten aus sehr limitierten Releases – wie die «Munch»- oder «Mario Pikachu»-Editionen
150.- (30%) in ein limitiertes, Japanisches Sealed-Produkt wie «GX Ultra Shiny»

Die «Base Set»-Karten sind aufgrund ihrer Historie und der knappen Verfügbarkeit ein ziemlich sicherer Wert. Jüngere Karten aus limitierten Releases sind oft sehr ikonisch und deshalb bei Sammlern beliebt und lassen sich auch schnell wieder abstossen, falls nötig. Und bei «Sealed Products» aus Japan haben wir im Gegensatz zu den US/EU-Sets nur schon in den vergangenen 2-3 Jahren teilweise massive Wertsteigerungen gesehen.

Wie erwähnt: Das ist nur ein Beispiel und der Autor übernimmt keine Haftung für finanzielle Entwicklungen dieser Produkte. Nichts ersetzt eigene Grundlagenforschung und verantwortungsbewusstes Investieren.

Weiterführende Beratung (Paid Content): Wir geben dir unsere konkreten Tipps für ein Portfolio an Karten für 500.- Franken / Euro, basierend auf den aktuellen Markttrends. Kontaktiere uns für weitere Informationen.