Ist dir schon aufgefallen, dass praktisch alle Karten, die für Beträge von mehreren tausend US-Dollar gehandelt werden, kaum je in einem Album stecken? Sie sind nämlich stattdessen in einer soliden, transparenten Plastik-Hülle mit integrierter Etikette aufgehoben.

Diese Art von Lagerung schützt die Pokémon-Karte nämlich nicht nur vor Beschädigungen, sondern sorgt erst dafür, dass einer wertvollen Karte auch ein konkreter Wert beigemessen werden kann. Denn hinter der Plastikhülle steckt mehr als nur ein stabiles Gehäuse: Es ist gleichzeitig auch ein Gütesiegel.

«PSA»-Klassifizierung ist ein Muss im hohen Preissegment

Wer eine Pokémon-Karte im hohen Preissegment handeln möchte, kommt kaum umhin, sie zuvor klassifizieren zu lassen. Das bedeutet: Die Karte wird von einem spezialisierten Dienstleister auf ihren Zustand und ihre Echtheit überprüft, dann versiegelt und mit einem Zertifikat versehen. Dieses Zertifikat lässt sich jederzeit von jedermann online prüfen und damit lässt sich transparent sicherstellen, dass die angebotene Karte sowohl echt ist als auch gewissen Qualitätsstandards entspricht.

Weltmarktführer beim Zertifizieren von Pokémon-Karten ist das in den USA beheimatete Unternehmen «PSA» – kurz für «Professional Sports Authenticator». Sammler aus der ganzen Welt senden ihre wertvollsten Karten an diese Institution, um sie dort klassifizieren zu lassen. Dieser Prozess ist zwar aufwändig, zeit- und kostenintensiv – aber in der Königsliga der Pokémon-Karten kommt man kaum daran vorbei.

Poke-Invest Blog Post 3 Pic 2 Wert Pokémon Karten steigern PSA Grading

Ein komplettes Pokémon «Base Set» wurde kürzlich für über 100’000 US-Dollar verkauft. Ohne «PSA 10»-Zertifizierung wären solche Preise aber (noch) undenkbar.

Der Ärger mit nicht-klassifizierten Karten

Zwar gibt es ernstzunehmende Sammler, die über Internet-Portale auch wertvollere Karten (im Bereich von 100+ Franken / US-Dollar) handeln, ohne dass diese durch einen Drittanbieter unabhängig zertifiziert wurden. Da gehört allerdings schon eine gehörige Portion Vertrauen dazu.

Nicht nur werden Fakes – also gefälschte Karten – immer raffinierter, auch kann zwischen zwei Sammlern schnell mal die Meinung auseinandergehen, was den Zustand der Karte betrifft. Für den Einen mag eine Karte mit einigen weissen Stellen am Rand noch als «Mint» durchgehen, während dies für den Anderen bereits als «Near Mint» oder gar «Lightly Played» gilt. Wer hat nun Recht?

Klarheit schafft hier nur eine unabhängige Bewertung, beispielsweise durch die PSA, die der Karte einen verbindlichen Qualitätswert von 1 bis 10 gibt. Nur so lassen sich Äpfel mit Äpfeln, respektive gleichwertige Karten miteinander vergleichen.

Poke-Invest Blog Post 3 Pic 1 Wert Pokémon Karten steigern PSA Grading

Zertifizierte Karten (links) erzielen bei Auktionen immer höhere Preise als die «blossen» Karten (rechts). Denn die Käufer erhalten damit eine Garantie über Echtheit und Zustand der Karte. Eine Zertifizierung kostet allerdings auch Geld und Zeit und lohnt sich besonders bei seltenen Pokémon-Karten wie hier der «Munch»-Edition von Pikachu.

PSA-Zertifizierung ist eine Investition in die Investition

Es gibt also gute Gründe dafür, warum man seine wertvollsten Karten durch einen Zertifizierungsdienst «graden» lassen sollte. Zu bedenken ist dabei aber auch immer Aufwand und Ertrag. Und nicht immer hat man die Garantie, eine druckfrische Karte einzuschicken und eine PSA 10 zurückzuerhalten: Kleinste Details und Beschädigungen können zu einer Abstufung führen. Manche Sammler gehen auf Nummer sicher und kaufen deshalb gleich die bereits zertifizierten Karten, um ihre Sammlung zu vervollständigen.

Aber nicht nur glatte «10er» haben ihre Berechtigung: Oft macht es Sinn, auch die tieferen «Gradings» einer Karte zu berücksichtigen und seiner Sammlung hinzuzufügen. Dies erklären wir auch in unserem anderen Post «Pokémon-Portfolio für 500.- Euro / Franken».

Weitere Zertifizierungs-Unternehmen: BGS, EGS

Natürlich kann man seine Pokémon-Karten auch bei anderen Anbietern zertifizieren lassen. International ist auch Beckett (BGS) ein Name, in Europa gibt es EGS (European Grading Service). In diesem Blogpost haben wir uns auf PSA konzentriert, da der Name PSA eng mit der Geschichte des Pokémon TCG (Trading Card Game) verknüpft ist und PSA von den Grading-Services am meisten Erfahrung mit Pokémon hat. Künftig werden wir in einem anderen Blogpost auch die anderen Services vorstellen und erklären, wo die Unterschiede in Bewertung und Investitions-Potenzial liegen.

Ebenfalls werden wir in naher Zukunft einen Guide verfassen, wie und wo sich Karten zertifizieren lassen und was man als Sammler dabei beachten sollte.