Am vergangenen Samstag ist eine unübliche Auktion von Pokémon TCG-Karten zu Ende gegangen: Im Angebot war ein komplettes «Base Set» in der 1. Edition. Der Startpreis der Auktion lag bei 25’000 US-Dollar, doch die zwölf teilnehmenden Bieter trieben den Preis schliesslich in sechsstellige Höhen, den Zuschlag erhielt das Gebot mit 107’010 Dollar.

Das ersteigerte Set umfasst 103 Karten, darunter eine holographische Karte eines Glurak – oder auf Englisch auch bekannt als «First Edition Base Set Charizard». Diese Karte alleine kann – unter den richtigen Umständen – Preise zwischen 20’000 und 50’000 US-Dollar erzielen.

Poke-Invest Blog Post 3 Header Wert Pokémon Karten steigern PSA Grading

Kostentreiber eines solchen seltenen Sets sind besonders begehrte Karten – wie beispielsweise dieses «1st Edition Charizard».

Zustand der Karten spielte eine grosse Rolle

Wie aber Dave Amerman, Direktor des Auktionshauses, bei dem das Pokémon-Set verkauft wurde, erklärt, liegt der Wert im Zustand der Karten. «Der entscheidende Faktor hier war nicht, dass das Set komplett war», erklärt Amerman gegenüber Kotaku, «sondern der Umstand, dass alle Karten als PSA10 klassifiziert waren». Man könne sich ein komplettes Set des Base Set aus dem Jahre 1999 für weniger als 1’000 US-Dollar zusammenstellen.

Das komplette Set jedoch aus Karten der höchsten Qualitätsstufe PSA10 zu haben, sei äusserst ungewöhnlich, so der Kurator weiter. Wie wir bei «Poké-Invest» bereits in einem separaten Post ausführlich erklärt hatten, ist ein Grading – eine Zertifizierung – von Karten auf diesem Preisniveau unerlässlich. Die 103 Karten jeweils in der höchsten Qualitätsstufe zu haben, ist in der Tat ungewöhnlich: Auch eine Karte frisch aus einem Booster-Pack zu ziehen, um sie umgehend bewerten zu lassen, garantiert noch keine «10», denn dafür müssen viele Qualitätsfaktoren zusammenspielen. «Nur wenn eine Karte hinten und vorne keinerlei Beschädigungen aufweist, hat sie eine Chance, die höchsten Wertung zu erzielen», stellt Amerman abschliessend fest.

Warum deine eigene Pokémon-Sammlung nicht so viel wert ist

Wer also noch ein Bündel Pokémon-Karten bei sich im Estrich hat, kann erstmal durchschnaufen: Die Chance auf einen Goldschatz aus Kindertagen ist eher unwahrscheinlich. Ja – Pokémon-Karten haben in den letzten Jahren enorm an Wert zugelegt. Besonders alte und seltene Karten erwiesen sich dabei als exzellente Investitionsobjekte.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Obwohl das Phänomen Pokémon erst 20 Jahre alt ist, erfreut sich die Franchise einer ungebrochenen Beliebtheit bei Gross und Klein. Pikachu, Mauzi und Co. stehen an der Spitze eines Milliardenschweren Businessmodells, wie die neuesten Umsatzzahlen der «Pokémon Company» beweisen. Dies sorgt für einen ununterbrochenen Strom an neuen Sammlern und Spielern des Pokémon-Kartenspiels. Zudem sind die Sammler, die vor 20 Jahren auf dem Pausenplatz Gluraks, Turtoks und Bisaflors getauscht haben, nun zu einem grossen Teil erwerbstätig und verfügen oft über den finanziellen Freiraum, um ihre Kindheitserinnerungen mit dem Kauf und Tausch solcher Karten wieder aufleben zu lassen. Nicht selten werden dabei über 100 Franken pro Karte geboten. Und der Preis-Trend zeigt weiterhin nach oben.

Wir sehen also: Die Kombination von alten (1999), seltenen (erste Edition) und gut erhaltenen (PSA10) Pokémon-Karten erweist sich tatsächlich als solides Investitionsvehikel. Möchtest du mehr über Investments und Hintergründe in Pokémon TCG-Karten erfahren? Du findest bei «Poké-Invest» von CardCollectors alles rund um das Thema Sammeln und Lagern von Pokémon Karten Sammeln sowie Know-How zu Investitionsfragen.

Das komplette Pokémon 1st Edition Base Set in Bildern (Alle Bilder Eigentum von Goldin Auctions):

Pokémon TCG First Edition Base Set PSA10 Top3